Für Priester und pastorale Mitarbeiter

Wenn die Katechese des Guten Hirten in einer Pfarrei beginnt, bringt dies Veränderung mit sich – Interesse und Vorfreude, vielleicht auch Unsicherheit, weil Neues auftaucht.

Ein Raum unter dem Dach mit hellem Tageslicht und offenen Regalen für die Materialien der Stufe I ist das Atrium Stufe I Atrium Stufe I in einer Pfarrei

Zunächst fällt auf, dass die Katechese des Guten Hirten eine intensive Vorbereitung der Erwachsenen in Kursen, die die pädagogischen und theologischen Grundlagen vermitteln, einen Raum, handgefertigtes katechetisches Material, viel Zeit und einiges an Organisation benötigt.

Es braucht Zeit, bis klarer wird, dass gerade das Engagement und die Begeisterung für diese Aufgabe auch die Pfarrei verändert und belebt, das Einrichten des Raumes und die Herstellung von Material zu vielen Kontakten untereinander führt und dass die Kinder in ihrer Offenheit für die Botschaft Gottes auch den Glauben der Erwachsenen bereichern.

Es braucht Zeit, bis eine Pfarrei, die Seelsorger und die Pfarreimitglieder das Atrium als „ihr“ Atrium empfinden und spüren, welches Geschenk es für die Gemeinschaft sein kann.

Langfristig kann das Atrium viele Dienste bereichern. In Pfarreien mit einem Atrium haben viele der Ministranten die Freude an der Liturgie im Atrium kennengelernt, manche werden später Lektoren oder übernehmen andere Dienste. Kinder, die im Atrium sind, sind vertraut mit dem besonderen Raum, mit der Stille, mit ruhigem Gehen im sakralen Raum. Sie kennen die Liturgie des Lichts im kleinen Kreis und freuen sich, diese später in der Osternacht wiederzuerkennen. Sie kennen die Gesten der Messe und ihre Bedeutung und können den Gottesdienst mit innerem Verständnis mitfeiern. Beim Abschlussgebet feiern sie jede Woche einen kleinen „Wortgottesdienst“ und die Größeren übernehmen gerne die Aufgabe, diesen selbst vorzubereiten.

Kinder, die ein Atrium besuchen oder besucht haben, bereichern den Religionsunterricht oft durch ihr „reflektiertes Wissen“, sagt Pfarrer Lothar Schinke.

Vor allem aber möchte die Katechese des Guten Hirten Raum für den persönlichen Dialog des Kindes mit Gott, für die persönliche Begegnung mit Ihm geben.

Die Katechese des Guten Hirten ist in Bibel und Liturgie verankert und stellt sich in den Dienst der jeweiligen Kirche. In Dokumenten zu Stufe I, Stufe II und Stufe III ist zusammengefasst, wie die Themen in den Kursen und in der praktischen Arbeit Referenzen aus Bibel, Liturgie und kirchlichen Dokumenten entsprechen. Nach der Katechese des Guten Hirten wird inzwischen in mehr als 30 Ländern auf fünf Kontinenten gearbeitet. Beispielsweise in Italien, den USA, Kanada, Mexiko, Kolumbien, Österreich und Slovenien erhielt sie in unterschiedlicher Form eine kirchliche Anerkennung.

Kardinal Schönborn spricht von der Freude, die Kinder bei der Begegnung mit dem Wort Gottes erfahren und dass wir so viel von ihnen lernen können. Pastor Claus-Carsten Möller drückt seine Freude aus, dass wir in ökumenischer Offenheit das Kostbare der Arbeit mit den Kindern im Atrium teilen können. F. Giancarlo Pani SJ, der Jahrzehnte als Priester das Atrium von Sofia Cavalletti und Gianna Gobbi begleitete und mit den Kindern die Sakramente feierte, beschreibt wie er den Ernst und die Freude der Kinder im Atrium erlebte. Er meint, die Katechetinnen hätten die meiste Arbeit gemacht, er hätte die Früchte ernten dürfen.

Katechese des Guten Hirten kann keiner als Einzelner machen – sie ist nur in Zusammenarbeit möglich. Wie Atriumsarbeit in einer Pfarrei praktisch eingeführt werden kann und welche Auswirkungen sie hat, beschreibt Tina Lillig in ihrem Büchlein „Katechese des Guten Hirten in einer Pfarrei“ (in Englisch). Wenn Sie als Pfarrer, Priester, Pastor, Diakon, Pastoralreferent/in, Gemeindereferent/in oder anderer kirchlicher Mitarbeiter die Atriumsarbeit aufgreifen, brauchen Sie nie die ganze (umfangreiche) Vorbereitungsarbeit alleine zu machen, aber Ihr Interesse, Ihre Unterstützung und Ihre Freude daran sind ein zentraler Beitrag.